Vorstand - Hüttenkommission


Badushütte 2022: Die Saison ist gestartet



Als wir am Freitag, 17. Juni zur Badushütte liefen, waren wir einmal mehr fasziniert von der Blumenpracht: Welche Vielfalt, welches Farbenmeer, welche Aromen, einfach einmalig.
Unterwegs hat uns eine Gämse angeschnauzt. Gämsen sind, seit die Geissen nicht mehr so hoch kommen, auch wieder vermehrt zu sehen. Schnee hatte es nur noch vereinzelt, zu dieser Jahreszeit auch aussergewöhnlich. Hoffen wir, dass wir im September auch noch genügend Wasser haben, um den Hüttenbetrieb aufrecht erhalten zu können.
Wegen der Sperrung der Oberalpstrasse am Wochenende in Andermatt sind dann leider nicht so viele Wanderer/Innen bei uns durchgekommen, schade wegen Wienerli, Salsiz, Käse, Brot, die wir hochgetragen haben. Da dann ab Montag den 20. Juni 2022 die Bauarbeiten starteten, konnten wir dann diese Lebensmittel auch noch verwerten: Food Waste ist auch in der Badushütte ein wichtiges Thema.
Und dann diese Abende und dieser Sternenhimmel in der Nacht, unbeschreiblich schön.

Dies ist kein Werbetext, nur ein Erlebnisbericht von einem Sommerwochenende.
See you all in der Badushütte.

Freundliche Grüsse/Cordiali saluti Meilleures salutations/Best regards

Marco Bachmann
Hüttenchef Badushütte



Vorstand - Umwelt


20 Jahre Umweltbeauftragte – Rückblick und Ausblick

Seit 20 Jahren (schon) bin ich die Umweltbeauftragte der Sektion Manegg. Eine Zeit mit vielen interessanten Begegnungen und Erlebnissen – sei es innerhalb der Sektion Manegg, mit Umweltbeauftragten anderer Sektionen oder auch ausserhalb des SAC. Hier ein paar Eindrücke, worum es bei dieser Funktion überhaupt geht, was ich in den letzten 20 Jahren so alles erlebt habe und schliesslich ein Ausblick.
Aktivitäten und Anekdoten Organisatorisches zur Thematik Umwelt im SAC.
Die Geschäftsstelle des SAC in Bern verfügt über ein Ressort «Hütten und Umwelt mit 9 Mitarbeitenden, 5 davon im Bereich Umwelt. Zusätzlich gibt es eine SAC-Umweltkommission, der die Mitarbeitenden der SAC-Geschäftsstelle sowie aktuell 10 ehrenamtliche Mitglieder (einige davon Umweltbeauftragte der Sektionen) angehören. Die Geschäftsstelle sowie die Umweltkommission setzen sich – sehr stark verkürzt – für den Erhalt der Bergwelt ein, aber auch dafür, dass wir die Berge auch in Zukunft möglichst uneingeschränkt nutzen können (freier Zugang statt Einschränkungen durch Wildruhezonen und Schutzgebiete). Zentrale Themen sind die möglichst verantwortungsbewusste, umweltverträgliche Nutzung der Berge, die Sensibilisierung für den Lebensraum Alpen sowie der Klimaschutz.
Fast alle SAC-Sektionen haben eine(n) Umweltbeauftragte(n), einige (grosse) Sektionen habe sogar eine eigene Umwelt- Kommission mit mehreren Mitgliedern. Bei einigen Sektionen sind die Umweltbeauftragten Vorstandsmitglieder; bei Manegg ist dies nicht der Fall, was aber auch OK ist. Denn: der Vorstand des SAC Manegg lädt einmal im Jahr die weiteren Funktionen (Umwelt, Hütten, Redaktion Manegger Bulletin, Inserate, etc.) an eine «Vorstandssitzung mit weiteren Funktionen» ein, wodurch ein minimaler, regelmässiger Austausch gewährleistet ist.



Auf nationaler Ebene werden die Umweltbeauftragten der Sektionen jährlich an ein Treffen eingeladen, um sich über Aktivitäten der SAC-Geschäftsstelle im Fachbereich Umwelt sowie in den einzelnen Sektionen auszutauschen. Alle 2 Jahre findet das Treffen in den Bergen statt, oft mit Übernachtung in einer SAC-Hütte. Vor Ort stehen Besichtigungen/Vorträge zu umweltrelevanten Themen an.

Beispiele:
2005: Aletschgebiet.
2007: Silvrettahütte: Gletscherpfad.
2009: Kandersteg: Umweltstandards für Hütten.
2013: Bannalp: Verschiebung des Eidg. Jagdbanngebiets Heustock in ein Skitourengebiet.
2019: Skigebietserweiterung Andermatt-Sedrun.
2021: Lämmerenhütte: Dynamik der Gletschervorfelder.

In den Jahren zwischen diesen mehrtägigen Treffen findet jeweils ein eintägiger, regionaler Anlass zu aktuellen, SAC-relevanten Umweltthemen statt.

Aktivitäten und Anekdoten



Meine Aktivitäten als Manegger Umweltbeauftrage waren ganz unterschiedlicher Art: So habe ich Vorträge gehalten an Quartalsversammlungen über bergrelevante Themen; z.B. über den Einfluss von Skitouren auf die Wildtiere. Ich erinnere mich noch gut: Am Ende der Präsentation wurde ich gefragt, ob die SAC-Mitglieder denn besser nicht mehr auf Skitouren gehen sollten. NEIN! Natürlich nicht! Aber wir sollten uns dessen BEWUSST sein, dass wir uns während Ski- und Schneeschuhtouren oft mitten im Lebensraum der Wildtiere befinden und diese allenfalls stören, oft auch ohne dass wir sie bemerken. Im Winter sind die Lebensbedingungen für die Wildtiere bereits hart genug. Störungen sind deshalb möglichst zu vermeiden; eine Flucht durch den hohen Schnee führt bei Wildtieren zu einem hohen Energieverbrauch, der für sie tödlich enden kann. Als ich einmal im Manegger Bulletin für die Teilnahme an einer Anti-Heliskiing- Demo warb, war die Resonanz äusserst gering. Immerhin zu zweit haben wir dann teilgenommen an einer solchen Demo auf Ski und mit Anti-Heliskiing-Fahnen, die wir aufhielten, als die Helis kamen. Einige Manegger haben mir anschliessend vermittelt, dass diese Art von Aktivität in unserer Sektion eher nicht erwünscht sei. Der SAC verfügt über "Richtlinien Umwelt und Raumentwicklung", die ca. alle 15 Jahre überarbeitet werden. Bei der letzten Überarbeitung 2016/17 habe ich unsere Sektion involviert, denn ich wollte der SAC-Geschäftsstelle nicht meine persönliche Haltung, sondern die abgestützte Haltung unserer Sektion übermitteln. Die aktive Mitarbeit zahlreicher Manegger hat mich sehr gefreut: An einem Manegger Stamm haben wir die Richtlinien durchbesprochen. Der möglichst uneingeschränkte Zugang in die Berge (angesichts der immer zahlreicher werdenden Wildruhezonen) war eines der am heissesten diskutierten Themen!
Wenn ich als Umweltbeauftrage bei einer Skitour dabei war, fühlten sich einige Manegger ganz offensichtlich verpflichtet zu einem umweltverträglichen Handeln – ohne dass ich das anlässlich der Tour auch nur mit einem Wort verlangt hätte. Unvergessen die Bananenschalen mit dem verräterischen Etikett aus der Migros Langnau am Albis, die jenem Manegger, der sie am Skidepot einfach liegengelassen hatte, durch den Tourenleiter nachgetragen und zur korrekten Entsorgung zurückgegeben wurden. Oder die wiederkehrende Aufforderung, als «Frau Buwal» beide Augen zuzudrücken, wenn die Gruppe im «Wildwest-Stil» durch einen Jungwuchs fuhr.
Am Umweltbeauftragten-Treffen 2019 stellten Umweltbeauftragte anderer Sektionen geplante sowie bereits durchgeführte Klimaschutz-Massnahmen ihren Sektionen vor. Ideen, die sich vielleicht auch für die Sektion Manegg eignen? Motiviert rief ich an der GV 2019 zur Bildung einer Arbeitsgruppe auf, um Klimaschutz-Massnahmen speziell für in unsere Sektion zu erarbeiten. Diese Massnahmen sollten anschliessen dem Vorstand und schliesslich der GV vorgeschlagen werden. Spontan haben mehrere Mitglieder ihr Interesse bekundet. Der Start war – wie auch in einem Beitrag im Manegger Bulletin März-Mai 2020 ausgeführt – auf Frühjahr 2020 vorgesehen. Dazu kam es wegen den Pandemie- Massnahmen und leider auch seither nicht mehr. Jetzt wäre eigentlich der ideale Zeitpunkt für einen «Neustart» einer solchen Klimaschutz-Arbeitsgruppe.


Klimawandel, Klimaschutz, Klimaanpassung und der SAC-Zentralvorstand
Bereits 2019 wurde an der Abgeordnetenversammlung des SAC beschlossen, dass die Gletscherinitiative vom SAC unterstützt werden soll – ein Meilenstein! So etwas wäre noch wenige Jahre zuvor undenkbar gewesen.
Eine Ergänzung dazu von Toni W. Püntener, Präsident SAC Sektion Manegg:
Ende November 2021 hat der Zentralvorstand die SAC-Klimastrategie verabschiedet. Absicht ist es, den CO2-Ausstoss des Gesamtverbandes bis 2040 auf Netto Null zu senken. Zehn Stossrichtungen mit zahlreichen Massnahmen für den Zentralverband, den Gesamt-SAC, Bergsport-Community, Politik und Öffentlichkeit sind angesprochen. Suffizienz, Effizienz und Konsistenz in allen Bereichen des Bergsports und des Bergerlebens sind von Bedeutung, aber auch die Anpassung an den Klimawandel. Umfassende Angaben, etwa eine Übersichtsgrafik zu den Stossrichtungen, sind auf www.sac-cas.ch/klimaschutz zu finden. In der nächsten Ausgabe des Manegger Bulletins wird Toni Püntener, der zugleich Mitglied der SAC Umweltkommission ist, die SAC-Klimastrategie mit Blick auf die Sektion und die Mitglieder detaillierter vorzustellen.


Mehrere Hüte
Sicher geht es nicht nur mir so: Mit der Zeit sammelt man so einige «Hüte», die sich inhaltlich nicht immer nur gut vertragen: Die Hüte «SAC-Umweltbeauftragte» und «Mitarbeiterin Bundesamt für Umwelt (BAFU, vorher Buwal)» passen auf den ersten Blick sehr gut zusammen. Doch es gibt (leider) auch Themenbereiche, bei denen der SAC und das BAFU ganz unterschiedliche Haltungen vertreten. Einer davon: die bereits erwähnten Wildruhezonen. Damit nicht genug: inzwischen trage ich auch noch den Hut einer Jägerin, die sich für das Wohl der Wildtiere einsetzt – entsprechend befand ich mich gelegentlich regelrecht zwischen den Fronten.

Auf zu neuen Ufern –Deine/Eure Chance?
Nach 20 Jahren stelle ich mein Amt ab der GV im November 2022 zur Verfügung. Erste Gespräche mit allfälligen NachfolgerInnen haben etwas Interessantes ergeben: Anstatt einer Einzelperson «Umweltbeauftragte(r)» wäre auch eine «Umweltgruppe» denkbar. Die Mitglieder einer solchen könnten sich gegenseitig motivieren und die Aufgaben untereinander aufteilen. Ich erachte das als eine ausgezeichnete Idee!
Eine besonders «aktive» Umweltbeauftragte war ich sicher nicht – was jenen Maneggerinnen und Maneggern, die v.a. in die Berge wollen, sicher recht war. Dass aber auch der SAC je länger je weniger darum herumkommt, sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Berge auseinanderzusetzen, ist inzwischen den meisten klar geworden. Wie aktiv die Funktion Umwelt in der Sektion Manegg in Zukunft gestaltet wird, ist Sache meiner Nachfolger/innen.

Erica Zimmermann
Umweltbeauftragte SAC Sektion Manegg



Vorstand - Gesucht


Möchtest Du Dich, ev. auch zusammen mit anderen Maneggern, aktiv für den Umwelt- und Klimaschutz der Sektion Manegg einsetzen?

Gesucht wird auf die GV 2022 bzw. ab November 2022

eine Umweltbeauftragte oder ein Umweltbeauftragter


für die Sektion Manegg. Allenfalls können diese Aufgaben auch durch eine Umweltgruppe in die Sektion eingebracht werden. Der Vorstand wird aufgrund der Interessenmeldungen aus dem Kreis der Mitglieder über das weitere Vorgehen entscheiden.
Informationen dazu, was Dich/Euch erwartet bzw. wo und wie Ihr Euch einbringen könnt, vermitteln Dir gerne die abtretende Umweltbeauftragte (Erica Zimmermann, 079 638 10 77, umwelt@sac-manegg.ch) oder der Präsident der Sektion Manegg, der zugleich auch Mitglied der Umweltkommission auf nationaler Ebene ist (Toni W. Püntener, 079 593 54 30, praesidium@sac-manegg.ch).

Weitere Informationen:
Im obenstehenden Beitrag sowie auf der Homepage des SAC Umwelt Schweizer Alpen-Club (www.sac-cas.ch/umwelt).


Photos Jahresrückblick